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Inhalt

I.
Worum gehts ?
Nach
wie vor sind an den meisten deutschen Hochschulen in den Studiengängen der
Humanmedizin, der Veterinärmedizin und der Biologie tierverbrauchende
Übungen Pflichtbestandteil der Ausbildung. Auch in Pharmazie,
Ernährungswissenschaften, Psychologie, Geographie und anderen
Studiengängen werden mitunter Lehrveranstaltungen mit Tierverbrauch
angeboten; ebenso in der Ausbildung zur/zum medizinisch-technischen-,
veterinärmedizinisch-technischen- oder biologisch-technischen
Assistentin/en, und selbst im Schulunterricht werden
tierverbrauchende Übungen
teilweise als Lehrmethode eingesetzt.
Wer sich an der Hochschule aus
Gewissensgründen weigert, am Tierverbrauch teilzunehmen, bekommt keinen
Leistungsnachweis und kann das Studium nicht erfolgreich absolvieren. Trotz der
jahrelangen studentischen Proteste gegen den Zwang zur Teilnahme am Tierverbrauch
und den immer zahlreicher werdenden Alternativen, ist die Situation mancherorts
aus unserer Sicht immer noch nicht zufrieden stellend. Zwar verzichten
mittlerweile schon einige Fakultäten der Humanmedizin auf die
verpflichtende Teilnahme an tierverbrauchenden Übungen, doch an den
meisten Fachbereichen der Humanmedizin, der Biologie und der
Veterinärmedizin gelten diese Übungen auch weiterhin als unabdingbar.
So werden in Deutschland auch weiterhin jährlich über 60.000 Tiere
allein für den Pflichtteil der studentischen Ausbildung dieser drei
Fächer getötet.
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 II.
Welche Versuche werden
durchgeführt
und was sind die Lehrinhalte, die sie
vermitteln sollen?
Einen
vollständigen Überblick über den Tierverbrauch in der
studentischen Ausbildung an den über 100 biologischen, human- und
veterinärmedizinischen Fakultäten zu geben, ist in diesem Rahmen
nicht möglich. Im folgenden werden aber zumindest die tierverbrauchenden
Veranstaltungen besprochen, die zum Pflichtteil der studentischen Ausbildung
gehören. Gemessen an der Zahl der Tiere, die für das Studium
getötet werden, stehen dabei die morphologischen und physiologischen
Praktika im Vordergrund dieser Studiengänge. Die Praktika haben dort z. T.
unterschiedliche Bezeichnungen und sind im folgenden mit (M) und (P)
gekennzeichnet. Zudem sollte berücksichtigt werden, dass die Zahl der mit
Tierverbrauch einhergehenden Versuche in freiwilligen oder
Wahlpflicht-Veranstaltungen noch einmal um ein Vielfaches größer
ist. |
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Humanmedizin
Im
Studium der Humanmedizin stehen in der Regel 'nur' das Biologie- und das
Physiologiepraktikum als tierverbrauchende Pflichtveranstaltungen auf dem
Lehrplan. Beide Praktika werden in der Vorklinik (1.-4. Semester) abgehalten.
Damit sind es vor allem die ersten Semester, die für einige Studierende
zum unüberbrückbaren Hindernis werden.
Das Biologiepraktikum (M)
Das
Biologiepraktikum ist das erste Praktikum, in dem Studierende der Humanmedizin
mit Tierverbrauch konfrontiert werden, meist steht es schon im ersten Semester
auf dem Programm. In diesem Praktikum werden Vertreter
verschiedener Tierstämme
(Regenwürmer, Insekten, Fische, Frösche, Vögel, Ratten usw.)
seziert und ihr grundsätzlicher Aufbau betrachtet. Die Studierenden
erhalten also an den jeweiligen Kurstagen nach einer kurzen Einleitung Tiere,
die sie in einer Präparierwanne fixieren und aufschneiden müssen. Ein
Betreuer hilft, die wichtigsten Organe und Gewebe anhand der Lehrbücher
und Skripten zu identifizieren.
In
der Regel werden die Tiere für die Sektion unmittelbar vor dem Kurs
getötet. Sie stammen überwiegend aus speziellen Züchtungen,
seltener aus dem natürlichen Bereich, vom Schlachthof, aus anderen
Versuchsreihen oder dem Lebensmittelhandel. Gewöhnlich arbeiten etwa zwei
bis drei Studierende an einem Tier.
Neben den
handwerklichen Fertigkeiten und dem Umgang mit tierischem
Material wurden von den DozentInnen in der SATIS-Studie 95 vor
allem Morphologie und Anatomie der Tiere als Lernziel des Kurses
angegeben.
Das
Physiologiepraktikum (P)
Im
Physiologiepraktikum der Humanmedizin stehen im 3. oder 4. Semester vor allem
die bekannten "Froschversuche" zu den Themen Herzmuskel,
Nerv und Skelettmuskel auf dem Programm. An vielen
Hochschulen werden zudem auch noch weitere, je nach Hochschule sehr
unterschiedliche Versuche verlangt.
Exemplarisch
werden hier nur einige Versuche zur Nerv-Muskelphysiologie beschrieben:
Für
diese Versuche wird der Frosch zunächst von einer/m Assistentin/en durch
Enthauptung und Zerstörung des Rückenmarks getötet.
Anschließend müssen die Studierenden aus den Beinen des Frosches
Muskel-, Nerven- bzw. Nerv-Muskelpräparate herstellen, mit denen die
eigentlichen Versuche durchgeführt werden.
Für
die Muskelversuche wird ein Wadenmuskel
in einen Muskelhalter eingespannt und in bestimmten zeitlichen
Abständen mit Gewichten behängt. Aus der gemessenen
Muskellängenänderung lässt sich eine Dehnungskurve und durch
Abnehmen der Gewichte eine Entdehnungskurve bestimmen. Weitere Versuche werden
zur Ermittlung der Muskelarbeit durchgeführt oder, um Reizschwelle,
Tetanus und Ermüdung des Muskels zu charakterisieren.
Bei
den Versuchen mit dem Nerv-Muskelpräparat, das im Prinzip aus einem
Wadenmuskel und dem anhängenden Nerv besteht, wird der Nerv elektrisch
gereizt, um eine Muskelkontraktion zu erzeugen. Gemessen werden dabei z.B.
Rheobase (Mindestspannung eines Langzeitreizes zur Auslösung einer
Muskelkontraktion) und Chronaxie (Mindestreizzeit bei doppelter
Rheobasespannung).
Bei
den Nerv-Versuchen (meist wird der Ischiasnerv verwendet) wird
schließlich durch die Messung der zeitlichen Verzögerung zwischen
Reizein- und Ausgang der dem Nerv anliegenden Elektroden die
Leitgeschwindigkeit bestimmt. Außerdem werden beispielsweise die
unterschiedlichen Aktionspotentiale in Abhängigkeit der Reizspannung
ermittelt.
Das
wissenschaftlich experimentelle Arbeiten, der Umgang mit
tierischem Material und der Tierversuch als Methode sind nach
Aussage der DozentInnen in der SATIS-Studie 95 die drei wichtigsten
Lernziele dieses Kurses. Die Studierenden sollen durch die tierexperimentelle
Arbeit im Labor sowohl grundlegende manuelle Fertigkeiten als auch die
Durchführung eines wissenschaftlichen Experiments erlernen. Wie beim
Biologiepraktikum sind für viele DozentInnen noch die Überwindung von
Ekel oder die Sensibilisierung der Studierenden für die Verletzbarkeit von
lebendem Gewebe wichtige Nebenaspekte des Kurses. |
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Veterinärmedizin
Im
Studium der Veterinärmedizin wird mit Tieren häufiger umgegangen als
in den beiden anderen Fächern. Entsprechend ist auch die Anzahl der
tierverbrauchenden Pflichtpraktika und die mit ihnen verbundene Anzahl der zu
absolvierenden Semesterwochenstunden wesentlich höher.
Zusätzlich
zu den unten etwas näher beschrieben Praktika wird auch ein
Schlachthofpraktikum verlangt, das durch die Approbationsordnung vorgeschrieben
ist. Spätestens hier bekommen viele Studierende das Gefühl, dass das
Studium der Veterinärmedizin bisweilen nur wenig damit zu tun hat, Tieren
um ihrer selbst willen zu helfen.
Das
Zoologiepraktikum (M)
D
as
Zoologiepraktikum der VeterinärmedizinerInnen entspricht im Prinzip dem
Biologiepraktikum im Studium der Humanmedizin: Auch hier werden Vertreter
verschiedener Tierstämme (Schlauchwürmer, Insekten, Fische usw.)
seziert, die Lernziele sind nahezu identisch. Obwohl im Anatomiepraktikum
wesentlich intensiver und häufiger präpariert werden muss, ist die
Zahl der extra getöteten Tiere im Zoologiepraktikum ungleich
größer.
Das Anatomiepraktikum
Mit
weit über 100 Kurstagen bildet dieses Praktikum einen zentralen
Studienschwerpunkt der Vorklinik. Im Vordergrund steht das Studium von Lage und
Aufbau der Knochen, Muskeln, der inneren Organe von Haustieren wie Rindern,
Schweinen, Pferden, Schafen, Ziegen, Hunden und Katzen, das hinsichtlich des
Erkennens und der Behandlung von Krankheitszustände späterer
Tierpatienten Voraussetzung ist. Wenngleich hierfür meist natürlich
oder durch Unfälle gestorbene Tiere Verwendung finden, werden nicht selten
auch alte oder ursprünglich zur Schlachtung bestimmte Tiere
für die anatomischen Studien angekauft und getötet.
Das Physiologiepraktikum (P)
Das Physiologiepraktikum der VeterinärmedizinerInnen unterscheidet sich
hingegen recht deutlich von dem der HumanmedizinerInnen. Zwar werden auch hier
das experimentell-wissenschaftliche Arbeiten und der Umgang
mit tierischem Material als die beiden wichtigsten Lernziele genannt,
doch inhaltlich bestehen kaum Ähnlichkeiten. Es stehen
Pansenuntersuchungen an fistulierten Schafen oder Rindern (den Tieren wurde ein
wieder verschließbares Loch in die Bauchwand operiert), Reizversuche zur
Darmmotorik bzw. glatten Muskulatur an Kaninchen oder Ratten auf dem Programm.
Die klassischen Froschversuche werden nur an einer Hochschule verlangt.
Insgesamt ist die Zahl der Tiere, die für dieses Praktikum getötet
werden, niedriger als in der Biologie und der Humanmedizin. Zahlreiche, eher
harmlose Versuche werden an lebenden Tieren durchgeführt (z.B.
tierärztliche Untersuchungsmethoden).
Operations- bzw. Chirurgieübungen
In diesem Praktikum, das im klinischen Teil des Studiums abgehalten wird,
sollen die Studierenden die Grundlagen der Veterinärchirurgie und
-anästhesie erlernen, z.B. orthopädische Versorgung, Augen- und
Ohrenchirurgie, Wundversorgung, Geburtshilfe, Enthornung, Amputation,
Sterilisation oder Kastration. In den meisten Kursen werden dafür tote
Tiere verwendet, die i.d.R. natürlich gestorben sind oder
krankheitsbedingt eingeschläfert wurden, oder Tierteile von geschlachteten
Tieren, wie Rinderklauen, Pferdehufe, Köpfe und innere Organe von
Schweinen, Rindern oder Pferden. An drei Hochschulen werden daneben auch
Eingriffe an narkotisierten Tieren vorgenommen, die nach dem Versuch
getötet werden.
Praktikum zur Versuchstierkunde /Pharmakologie
An zwei der fünf Hochschulen mussten StudentInnen ein Praktikum zur
Versuchstierkunde absolvieren. Es wurden Versuche an Mäusen, Ratten und
Kaninchen durchgeführt, etwa Narkoseübungen, Übungen zur
Blutentnahme oder operative Eingriffe. Lernziel ist das
wissenschaftlich-experimentelle Arbeiten mit Versuchstieren,
letztlich also der Tierversuch an sich.
Mikrobiologie
An
zwei Hochschulen wurden Hühnerembryonen mit Viren beimpft bzw. Mäuse
mit verschiedenen Erregern infiziert.
Biochemie
An mindestens einer Universität war ein Versuch mit Rattenlebern Pflicht,
an einer anderen werden isolierte Mitochondrien aus Rattenlebern zu Versuchen
verwendet.
Parasitologie / Tropenveterinärmedizin
Zum Studium von Parasiten und zur Beobachtung des Krankheitsverlaufes wurden an
zwei Hochschulen verschiedene Tiere mit Parasiten infiziert. |
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Biologie
Die
Situation im Biologiestudium ist im Unterschied zu den beiden durch
Approbationsordnungen zumindest halbwegs einheitlich geregelten medizinischen
Studiengängen sehr unübersichtlich: Zum einen gibt es mit Diplom
sowie den Lehramtsstudiengängen der Primarstufe, der Sekundarstufe I und
II vier verschiedene Abschlussmöglichkeiten, die sich untereinander durch
inhaltliche Ausrichtung und dementsprechende Qualifikationsnachweise unterscheiden.
Zum anderen ist das Studium innerhalb der verschiedenen Studiengänge an
den jeweiligen Hochschulen mitunter sehr unterschiedlich geregelt. Auch die
ungleich höhere Zahl der Fakultäten vereinfacht eine Darstellung
nicht unbedingt. Zu guter Letzt werden im Hauptstudium auch noch verschiedene
Schwerpunkte gesetzt, z.B. Botanik, Genetik oder Zoologie. Je nach Schwerpunktwahl
ändert sich auch die Art der erforderlichen Praktika. Die folgende
Darstellung der Versuche beschränkt sich hier auf die minimal geforderte
Anzahl an Pflichtpraktika.
Das zoologische Anfängerpraktikum (M)
Wie in der Humanmedizin, stehen auch in der Biologie ein Morphologie- und ein
Physiologiepraktikum auf dem Lehrplan. Das zoologische Anfängerpraktikum
entspricht im Prinzip dem Biologiepraktikum der HumanmedizinerInnen, sowohl
inhaltlich als auch in den Lernzielen. Es unterscheidet sich allerdings recht
deutlich in der wesentlich größeren Anzahl der zu sezierenden Tiere
und der behandelten Tierstämme. Mit fast 40.000 extra für die
Präparationen getöteten Tieren pro Jahr weist dieses Praktikum den
höchsten Tierverbrauch in den drei Studiengängen auf. Anders
ausgedrückt werden über 60 % der tierverbrauchenden Übungen der
drei Studiengänge zusammen in diesem Praktikum durchgeführt.
Das tierphysiologische Praktikum (P)
Dieses Praktikum unterscheidet sich in seiner inhaltlichen Gewichtung vom
Physiologiepraktikum der Humanmedizin, auch ist hier die Zahl der
getöteten Tiere wesentlich höher. Zwar stehen auch hier die
berüchtigten "Froschversuche" an erster Stelle, doch gibt es
weitere Versuche, die von mehreren Universitäten gefordert werden,
beispielsweise zur Atmung oder zur Messung der Netzhaut-Mikroströme (ERG).
Insgesamt ist die Bandbreite zu groß, um ein genaues Bild wiederzugeben.
Prinzipiell wird fast alles durchgeführt, angefangen von einfachen
Beobachtungen lebender Tiere über verschiedene stoffwechsel-, kreislauf-
und bewegungsphysiologische Experimente an "frischtoten" Tieren der
verschiedensten Ordnungen bis hin zu anzeigepflichtigen Eingriffe und
Behandlungen wie die Glucoseresorption im Rattendarm.
Zoologische Bestimmungsübungen
In diesem Praktikum, das an fast allen Hochschulen verlangt wird, werden Tiere
verschiedenster Tierstämme anhand eines Bestimmungsbuches bestimmt und
systematisch eingeordnet. Normalerweise wird hier an Dauerpräparaten
gearbeitet, die allerdings in gewissen Zeitabständen erneuert werden. An
einigen Hochschulen werden für dieses Praktikum regelmäßig
Tiere wie Insekten oder Weichtiere getötet.
Zoologische Großpraktika
Besonders für Studierende der Sekundarstufe II stehen im Hauptstudium oft
noch morphologische oder physiologische Großpraktika auf dem Programm.
Sie unterscheiden sich von den zoologischen Anfängerpraktika nur in der
größeren Detailgenauigkeit der Präparationen.
Wahlpflichtpraktika des Hauptstudiums
Die Problematik der Erfassung des Tierverbrauchs in den Wahlpflichtpraktika des
Hauptstudiums wurde schon angedeutet. Besonders im Hauptfach Zoologie kann mit
den Wahlpflichtpraktika oftmals lediglich zwischen den einen oder den anderen
tierverbrauchenden Übungen ausgewählt werden. Tierverbrauchsfreie
Ausweichpraktika gibt es meist nicht. Selbst bei einer Spezialisierung auf
Verhaltenslehre ist es, aufgrund der damit verbundenen Praktika in anderen
Bereichen der Zoologie, oftmals nicht möglich, um Tierverbrauch
herumzukommen. Was in den Wahlpflichtpraktika im einzelnen gemacht werden muss
ist sehr verschieden. Die Spannbreite reicht von ethologischen
Geländeübungen bis hin zu ersten Annäherungen an die
neurologische Primatenforschung.
Neben den
beschriebenen Pflichtpraktika werden in allen drei Studienfächern noch
weitere Veranstaltungen durchgeführt, in deren Verlauf mit Tierteilen,
etwa Organteile, Gewebe, Enzyme, Nukleinsäuren, Zellorganellen,
Antikörper etc. gearbeitet wird, für die ebenfalls Tiere gebraucht
und getötet werden. Diese Praktika können wegen fehlenden
Datenmaterials leider nicht im einzelnen aufgeführt werden. So müssen
an einigen Hochschulen Biochemie- oder Genetikpraktika durchgeführt
werden, die mit Tierverbrauch verbunden sein können. |
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III.
Zur Situation an den Hochschulen
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Humanmedizin
Die
Angaben zur Situation an den Hochschulen werden derzeit aktualisiert.
Uni-Übersicht - Wo kann man tierverbrauchsfrei
studieren?
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Veterinärmedizin
Die
Angaben zur Situation an den Hochschulen werden derzeit aktualisiert.
Uni-Übersicht -
Wo kann man tierverbrauchsfrei studieren?
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Biologie
Die
Angaben zur Situation an den Hochschulen werden derzeit aktualisiert.
Uni-Übersicht - Wo kann man tierverbrauchsfrei
studieren?
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 IV.
Warum ist der Tierverbrauch im
Studium überflüssig und was sind die
Alternativen? |
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Die Kritik am Tierverbrauch im Studium kann auf verschiedenen Ebenen
angesiedelt werden, sie umfasst ein bestimmtes ethisches Grundverständnis,
wissenschafts-kritische Überlegungen sowie pädagogisch-didaktische
Aspekte. Bevor hierauf im einzelnen eingegangen wird, sollen zunächst die
häufigsten Argumenten aufgeführt werden, mit denen die DozentInnen
ihre Lehrmethoden zu rechtfertigen versuchen.
In
Diskussionen werden häufig folgende Ansichten geäußert:
·
Jeder
Student der Biologie, Human- und Veterinärmedizin muss im Studium Tiere
sezieren, um neben theoretischen Grundkenntnissen auch
präparativ anatomische
Fertigkeiten zu erwerben.
·
Durch Tierexperimente sollen die
Studierenden lernen, praktisch,
wissenschaftlich zu arbeiten."
·
Studierende müssen die Methode
des Tierversuchs für ihre
spätere Tätigkeit
erlernen; es gehört zum Berufsbild von Biologen, Human- und
Tiermedizinern, Tierversuche durchführen zu können."
·
Wissen soll auf anschauliche Weise
vermittelt werden. Zum direkten Studium am Objekt gibt es deshalb keine
Alternativen. Filme und Modelle liefern ein zu vereinfachtes Bild,
Computersimulationen basieren sowieso nur auf schon existierenden Ergebnissen,
und natürlich gestorbene Tiere scheiden aus seuchenrechtlichen
Gründen aus. Somit bleibt nur der Tierversuch, bzw. eine andere
tierverbrauchende Übung.
Diese
Aussagen entsprechen auch den Angaben der Lernziele, die mit den
tierverbrauchenden Übungen erreicht werden sollen. In der
SATIS-Studie bewertete die
Mehrheit der DozentInnen folgende Lernziele als "wichtig" oder
"sehr wichtig":
·
Morphologie
der Tiere
·
manuelle
Geschicklichkeit
·
Präparationstechniken
·
Umgang mit
tierischem Material
·
wissenschaftlich-experimentelles
Arbeiten
·
Tierversuch
als Methode
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Ethische Betrachtung
Der
Grundsatz des Tierschutzgesetzes (§ 1) besagt: "Zweck dieses Gesetzes
ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als
Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf
einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden
zufügen."
Der
Mensch hat aus unserer Sicht kein Recht, das Tier zum bloßen Anschauungs-
und Demonstrationsobjekt zu degradieren. Seine vermeintliche oder
tatsächliche Höherentwicklung unterscheidet ihn zwar in mancherlei
Hinsicht von (anderen) Tieren, gibt ihm aber nicht mehr Rechte. Gerade aufgrund
seines Verstandes und seines Bewusstseins sollte sich der Mensch für seine
Mitgeschöpfe verantwortlich fühlen und nicht aus rein egoistischen
Interessen heraus im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen
gehen. Selbst wenn Tierverbrauch aus fachlicher Sicht notwendig
wäre, könnte er ethisch nicht gerechtfertigt werden.
Nicht
vergessen werden darf bei der ethischen Betrachtung auch die Haltung der
meisten ProfessorInnen den
Studierenden gegenüber, die die Teilnahme an Versuchen verweigern.
Um ihr Studium erfolgreich beenden zu können, sind die Studierenden
gezwungen, gegen ihr Gewissen am Tiermissbrauch teilzunehmen; dies ist eine
ethisch nicht zu vertretende Haltung und stellt eine fundamentale Verletzung
der Menschenwürde dar.
Wissenschaftskritische
Aspekte
Lediglich
ein Bruchteil der Studierenden ergreift nach der Ausbildung eine
Tätigkeit, die sich auf Tierexperimente stützt. Deren
ordnungsgemäße Durchführung kann im übrigen ohnehin nicht
in den Studienveranstaltungen erlernt werden und i.d.R. müssen unmittelbar
vor der Tätigkeit entsprechende Pflichtkurse durchgeführt werden.
Deshalb lässt sich der Tierverbrauch im Studium nicht im Hinblick auf die
spätere Berufspraxis rechtfertigen.
Doch
auch zum Tierversuch als wissenschaftliche Methode, an die die
Studierenden, die später tatsächlich einmal tierexperimentell
arbeiten, so früh wie möglich herangeführt werden sollen, gibt
es grundlegende Kritikpunkte, die seine Berechtigung als Ausbildungsziel
für spätere Forschungsarbeiten in Frage stellen, insbesondere in den
medizinischen Fächern. Auch wenn ein ausreichender Überblick
über wissenschaftskritische Überlegungen in diesem Rahmen nicht
gegeben werden kann, sollen zumindest einige mit der Ausbildung in Verbindung
stehende Punkte angerissen werden.
So
ist bereits der Ansatz, der den Tierversuchen zugrunde liegt, ein rein
linearer. Der Organismus wird als eine Art Maschine betrachtet, die durch
ausschließlich kausale Modelle beschrieben werden kann (wenn A, dann B).
In Wirklichkeit ist der Organismus jedoch ein wesentlich komplexeres Gebilde,
das nur mit einem ebenso komplexen Denken wirklich zu begreifen ist. Alle
Vorgänge im Organismus beeinflussen sich gegenseitig. So kann etwa in der
Ausbildung der Humanmedizin mit Hilfe eines isolierten Froschherzens nicht das
menschliche Herz in seinem Gesamtzusammenhang begriffen werden, das anderen,
komplizierteren Regelmechanismen unterliegt. Auch haben Seele und
Geist, hat die menschliche Individualität einen großen
Einfluss. Das isolierte Organ jedoch reagiert stereotyp, mechanistisch und ist
deshalb nur ein sehr unvollständiges Modell.
So
fördert der Tierverbrauch in der Ausbildung besonders in den medizinischen
Fächern eine sehr bedenkliche Denkweise, mit dem die angehenden
MedizinerInnen nicht in der Lage sind, Menschen oder auch Tiere als Ganzes zu
erfassen. Deshalb werden sie auch all den negativen Auswirkungen des linearen
Denkens in der modernen Medizin, die z.B. mit Schlagworten wie
Apparatemedizin beschrieben werden, nicht kritisch begegnen
können.
Tierverbrauch
in der Ausbildung kann nur als Teil des Systems begriffen werden, das mit
seinem Denken immer mehr in eine Sackgasse gerät. Eine grundlegende
Änderung des Selbstverständnisses von Wissenschaft wird immer
notwendiger.
In
der Biologie ist die Situation zweifelsohne etwas komplizierter, zumal hier
keine komplexen Heilmethoden im Vordergrund stehen, sondern der Tierversuch
auch zum bloßen Selbstzweck durchgeführt wird.
Der
Grund für die vielen Tierversuche liegt aber wohl dennoch mehr in der
Tradition als in der Wissenschaft selbst. Solange tierverbrauchsfreie Methoden
kein fester Bestandteil des Studiums sind und Studierende alternative Methoden
und den schonenden Umgang mit Tieren nicht erlernen, werden sie sich als
angehende WissenschaftlerInnen auch nur schwer von der bekannten Methode, dem
bewährten Tierversuch lösen. Ein klassischer
Teufelskreis. Dabei gibt es auch gerade in der biologischen Forschung
zahlreiche Veränderungsmöglichkeiten. Schon jetzt warten
WissenschaftlerInnen mit Forschungsergebnissen auf Grundlage tierversuchsfreier
Alternativen auf, und auch mit natürlich gestorbenen Tieren ließen
sich in vielen Fällen die gleichen Ergebnisse erzielen. So wie in der
Humanmedizin, wo es doch als Selbstverständlichkeit gilt, keine Menschen
zu Forschungs- oder Ausbildungszwecken zu töten, sollte es letztlich auch
in der Biologie und in der Veterinärmedizin mit Tieren nicht anders sein.
Pädagogisch-didaktische
Kritik
Wie
viel wird dadurch gefrevelt, dass Tiere Qualen unterworfen werden, nur um
Studenten allgemein bekannte Phänomene zu demonstrieren. Mit diesem
Zitat Albert Schweitzers soll nicht noch einmal auf ethische Aspekte
hingewiesen werden, sondern es soll zeigen, wie alt die eigentliche Diskussion
ist und wie unglaublich wenig sich in den letzten 50 Jahren an den
Universitäten geändert hat. Häufig wird das Argument vom
praktisch-wissenschaftlichen Arbeiten als Begründung für
den Tiermissbrauch angeführt. Doch ist das Erlernen
praktisch-wissenschaftlichen Arbeitens an den Tierverbrauch gebunden? Ist das
angegebene Lernziel Tierversuch als Methode sinnvoll, und ist es im
Pflichtbereich überhaupt zu erreichen? Müssen zum Erwerb von
präparativ-anatomischen Fertigkeiten wirklich Tiere getötet werden?
Können theoretische Grundlagen nur durch den Tierverbrauch anschaulich
vermittelt werden und gibt es tatsächlich keine echten
Alternativen?
Einige
Antworten ergeben sich bereits aus ganz grundsätzlichen Überlegungen:
·
Wie
im letzten Kapitel gezeigt wurde, zählen tierverbrauchende Übungen
zwar an den meisten Hochschulen zum unbedingten Pflichtbestandteil des
Studiums, an einigen anderen Hochschulen ist es hingegen möglich, das
Ausbildungsziel auch ohne die Teilnahme am Tierverbrauch zu erreichen. Bei den
einzelnen Praktika waren die Unterschiede zwischen den Studienorten noch
größer. Betrachtet man nun auch noch die an den Hochschulen
durchzuführenden Übungen im einzelnen, wird man zu dem erstaunlichen
Ergebnis kommen, dass es keinen einzigen Versuch gibt, der innerhalb eines
Studienganges an allen Universitäten verlangt wird. Tatsächlich sind
es in der Tiermedizin nur drei, in der Humanmedizin keiner und in der Biologie
vier Versuche, die an mehr als der Hälfte der entsprechenden Fachbereiche
absolviert werden müssen (Quelle: SATIS-Studie 95). Offensichtlich
ist die Heterogenität erheblich; was an einigen Universität als
unverzichtbar gilt, scheint an anderen unnötig zu sein. Da aber an allen
Fachbereichen der jeweils gleiche Abschluss, also der jeweils gleiche
Qualifikationsnachweis vergeben wird, kann von der Notwendigkeit der einzelnen
Übungen keine Rede sein.
·
Auch ein
Blick ins europäische Ausland führt den Dogmatismus von der
Notwenigkeit des Tierversuchs als Lehrmethode ad absurdum: In den
Niederlanden und in Schweden beispielsweise besteht für alle Studierenden
die Möglichkeit, jeglichen "Tiermissbrauch" aus
Gewissensgründen zu verweigern. In Italien ist dieses Recht auf
Verwirklichung der persönlichen Gewissensfreiheit sogar gesetzlich
geregelt: "Die Bürger [...]
können die eigene Teilnahme an jeglicher Handlung in Zusammenhang mit
Tierversuchen aus Gewissensgründen verweigern" (Gesetzblatt der
italienischen Republik Gesetz Nr. 413 Art. 1). Und selbst in den so oft als
"Vorbild" herangezogenen USA werden an 25% aller medizinischen
Universitäten überhaupt keine tierverbrauchenden Übungen mehr im
Studium durchgeführt. Sollten diese Übungen zum Erreichen einer
vollwertigen Ausbildung wirklich so unabdingbar sein, so wäre diese Praxis
ein Anschlag auf die Gesundheit der Bevölkerung.
·
Die
Hartnäckigkeit, mit der einige DozentInnen den Tierverbrauch samt
Teilnahmezwang zu verteidigen versuchen, ist auch hinsichtlich der Bedeutung
der tierverbrauchenden Übungen für das weitere Studium oder den Beruf
.nicht nachvollziehbar. So findet beispielsweise das Praktikum mit der
größten Zahl der Tierversuche (mehr als 40.000 pro Jahr), das
Morphologiepraktikum im Studium der Biologie, bereits im ersten Semester statt.
Viele Studierende haben in ihrem weiteren Studium nur noch wahlweise etwas mit
dieser Thematik und Praxis zu tun, etwa bei Spezialisierung auf Botanik,
Mikrobiologie, Ethologie, Genetik, Pflanzenphysiologie, Ökologie etc. Die
Behauptung der ProfessorInnen, tierverbrauchende Übungen seien
unverzichtbar, da die hier zu erlernenden präparativ-anatomische
Fertigkeiten nun einmal zum Berufsbild gehörten und mit dem
Studienabschluss bescheinigt würden, entbehrt tatsächlich jeglicher
Grundlage: Es dürfte einzusehen sein, dass ein Erstsemesterkursus wohl
kaum als Basis herangezogen werden kann, um BiologInnen wissenschaftliche
Fertigkeiten zuzusprechen. Außerdem lassen weder Studienordnungen noch
Tierschutzgesetz einen solchen Rückschluss zu.
·
Ein
weiterer Kritikpunkt ist der Ablauf der einzelnen Kurstage: Die
Präparationen gelingen wegen der bisweilen schlechten Betreuung oft nur
unzureichend. Die meisten Zeichnungen entstehen aus den Skripten oder
Büchern, weil viele Studierende mit den Präparaten überfordert
sind. Zudem präparieren viele Studierende sowieso nicht selbst, sondern
schauen nur ihren TischnachbarInnen dabei zu. All dies mag sicherlich kein
schwerwiegendes Argument gegen die Methode des Tierversuchs an sich
sein, zumindest aber ein Indiz dafür, dass eine erfolgreiche Ausbildung
nicht von ihr abhängig ist: Wie der Name bereits sagt, sollen
Grundpraktika kein Spezialwissen vermitteln, sondern die Studierenden ganz
grundsätzlich an eine Thematik heranführen, nicht mehr und nicht
weniger. Die eigentlichen Lernziele hingegen werden anderweitig vermittelt.
Manuelle Geschicklichkeit beispielsweise wird im Studium der Humanmedizin im
Sezierkurs mit menschlichen Leichen erlangt. Angesichts des täglichen
Anatomiestudiums am Menschen mindestens ein Semester lang, dürfte die
Präparation einer Küchenschabe nun wirklich nicht
ausbildungsfördernd ins Gewicht fallen. Zu behaupten, das Präparieren
extra getöteter Tiere wäre zum Erlernen manueller Fertigkeiten
notwendig, ist geradezu lächerlich, wenn man bedenkt, dass selbst die
Ausbildung zum/r Chirurgen/in ohne Tierverbrauch absolviert wird.
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Tierverbrauchsfreie
Lehrmethoden -
Die
Alternativen
Um
einen Irrtum von vornherein auszuschließen: Alternativen
sollen kein Duplikat von tierverbrauchenden Übungen sein. Vielmehr
müssen sie sich als eigenständige Lehr- und Lernmethode in erster
Linie am entsprechenden Lernziel orientieren. Und darin sind sie den
tierverbrauchenden Übungen oftmals überlegen. In der Regel wird von
der Vorstellung ausgegangen, dass diese Übungen die richtigen, meist
optimalen Lehrmethoden seien. Doch viele, z.B. molekularphysiologische
Zusammenhänge, wie Aufbau und Funktion von Ionenpumpen, Enzymen oder
Membranen, lassen sich auf diese Weise nicht anschaulich vermitteln. Und wenn
Studierende nur gegen inneren Widerstand am Tiermissbrauch teilnehmen, ist der
Lernerfolg sowieso geringer, als er es mit anderen Methoden sein könnte.
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| Anmerkung:
Der
Begriff "Alternative"
impliziert in diesem Zusammenhang, dass eine an sich akzeptable Lehrmethode
durch eine andere ersetzt wird. Übungen an Tieren oder
Tierorganen/-präparaten als Lehrmethode werden dabei nicht in Frage
gestellt. SATIS hält die tierverbrauchenden Übungen aus ethischen und
didaktischen Gründen für eine völlig ungeeignete Lehrmethode.
Diese Kritik wird mit dem Begriff "Alternative" nicht deutlich. SATIS
favorisiert den Begriff "tierverbrauchsfreie
Lehrmethoden". Eine solche Methode soll idealerweise eine Übung
an Tieren oder Tierorganen/-präparaten nicht bloß ersetzen, sondern
eine neue Dimension der universitären Lehre einleiten, deren oberstes Ziel
der Respekt vor allem Lebendigen ist. In der Realität trifft dies jedoch
in den seltensten Fällen zu. An dieser Stellen sollen deswegen beide
Begriffe als Synonym verwendet werden.
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Aus didaktischen, wissenschaftskritischen und ethischen Gründen sind sie
jedoch nicht alle als gleichwertig zu beurteilen. SATIS steht jeglichen
Lehrmethoden kritisch gegenüber, die mit einem Verbrauch von Tieren
einhergehen. Dazu zählt auch der Einsatz von "Tierabfall", wie
"überzählige" Tiere aus Forschung und Industrie, aber auch
"Schlachthof- und Fischereiabfälle", die deshalb an dieser
Stelle keine Berücksichtigung finden. Die nachfolgende Aufzählung
gibt nur einen groben Überblick über die Thematik. Eine
ausführliche Darstellung findet sich in den Büchern
"From guinea pig to computer
mouse" sowie unter
"Es
geht auch anders", dies ist ein Auszug aus dem Buch
"Über Leichen zum
Examen".
A. Eingeschränkt zu befürwortende Alternativen
Die
nachfolgend aufgeführten Alternativmethoden sind deshalb nur
eingeschränkt zu befürworten, da sie auf Experimenten an Tieren oder
Tierorganen/-präparaten basieren, zu praxisfern sind, mit Tierverbrauch
einhergehen, die Betrachtungsweise zu
mechanistisch ist oder die Studierenden nicht selbst aktiv werden
können.
1. Filme und Videos
Filmaufnahmen,
beispielsweise von Versuchen, sind sicherlich die einfachste und nahe
liegendste Methode, einen Sachverhalt zu veranschaulichen. Durch Wiederholung
bestimmter Sequenzen, dem Einsatz von Großaufnahmen, Zeitlupe und
Zeitraffer, hinzugefügten Graphiken und Trickaufnahmen lassen sich die
Sachverhalte besonders gut verdeutlichen, die bei Präparationen oder
Versuchen unter den Tisch fallen würden. Gegenüber den
tierverbrauchenden Übungen liegt ihr Vorteil in einer schnelleren und
umfassenderen Wissensvermittlung. So ist beispielsweise das Lernziel aus dem
Morphologiekurs "Übersicht über das Tierreich" mit Filmen
wesentlich besser zu erreichen, da in kürzerer Zeit eine
größere Anzahl an Organisationsformen gezeigt werden kann, als es
mit den Präparationen der wenigen, ohnehin recht willkürlich
ausgewählten Vertreter der Fall ist. Es gibt bereits eine Vielzahl von
Lehrfilmen, von denen jeweils einzelne an den Universitäten eingesetzt
werden. Außerdem existieren über die meisten in der Ausbildung
durchgeführten Versuche und Präparationen Videoaufzeichnungen der
Universitäten. Filme, Videos und Trickaufnahmen können in allen
Praktika Anwendung finden, sowohl zur Veranschaulichung der Morphologie,
physiologischer, biochemischer, genetischer, biophysikalischer oder
mikrobiologischer Prozesse und zur Anleitung chirurgischer Methoden.
2. Computersimulationen
Daten aus
gängigen Experimenten an lebenden Tieren oder Tierorganen/-präparaten
werden im Computer gespeichert und verarbeitet. Studierende können die
Versuchsparameter beeinflussen und das Experiment am Bildschirm
durchführen, wie es beispielsweise beim Froschnerv-Versuch bereits an
mindestens elf Universitäten gehandhabt wird. Viele moderne
Computerprogramme sind interaktiv und integrieren hochwertige Graphiken, Film
und Ton, unter der Verwendung von CD ROM oder Videodiscs. Bei einigen
Programmen, etwa bei der SIM-Reihe des Thieme-Verlages, werden die Ergebnisse
durch einen Zufallsmechanismus beeinflusst, so dass sie auch in ihrer
Variabilität den Laborbedingungen entsprechen.
Die
Anwendungsmöglichkeiten von Computersimulationen liegen bislang in erster
Linie im physiologischen Bereich, fast alle Themen innerhalb dieses Bereiches
sind vollständig und mehrfach abgedeckt. Angesichts der technischen
Möglichkeiten sollte aber klar sein, dass Computersimulationen in
wesentlich mehr Gebieten Anwendung finden könnten.
3. Kunststoffmodelle
Kunststoffmodelle
vermitteln den grundlegenden Aufbau von Tieren meist völlig ausreichend,
wenn auf entsprechende Qualität geachtet wird. Bemerkenswert ist die
Tatsache, dass Kunststoffmodelle keineswegs nur im Morphologiepraktikum
eingesetzt werden können. Silikonmodelle können beispielsweise auch
in chirurgischen und sogar mikrochirurgischen Praktika eingesetzt werden.
4. Plastinationen natürlich gestorbener Tiere
Natürlich
gestorbene Tiere und deren Organe können durch ein spezielles Verfahren,
der Plastination, in einen gummiartigen, haltbaren Zustand
überführt werden und so für einen fast unbegrenzten Zeitraum
für morphologische Studien herangezogen werden. Eingeschränkt zu
befürworten ist diese Methode nur deshalb, weil mitunter die
Flexibilität der einzelnen Gewebe und Organe gegenüber den
"frischtoten" Tieren etwas abnimmt. Dafür lassen sich wichtige
Strukturen bei einer sorgfältigen Präparation wesentlich besser
herausarbeiten und veranschaulichen, als es in den Kursräumen der
Morphologiepraktika schon aus Zeitgründen möglich wäre (man
denke hier nur an die Ausstellung Körperwelten, die
plastinierte Menschen darstellte und - wenngleich aus anderen Gründen -
für bundesweites Aufsehen sorgte). Gegenüber den Kunststoffmodellen
bleibt dabei auch die von den DozentInnen so oft beschworene
"Unanschaulichkeit des Organismus'" erhalten.
Der
Vorteil gegenüber den Präparationen liegt wie auch bei den
Kunststoffmodellen, darin, dass die Studierenden hier gerade nicht
präparieren müssen und sich so wirklich auf die Anatomie
konzentrieren können, anstatt auf ihre manuelle Tätigkeit. Diese kann
später an natürlich gestorbenen Tieren und Menschen trainiert werden.
B. Uneingeschränkt zu befürwortende Methoden
1. Selbstversuche
Harmlose
Selbstversuche an freiwilligen Studierenden stellen eine der besten und an
vielen Fakultäten besonders in der Humanmedizin auch schon seit Jahren
erprobten tierverbrauchsfreien Lehrmethoden dar. Mit ihnen lassen sich etliche
der in den physiologischen Praktika verlangten Versuche ersetzen. So
können schon mit einfachsten Mitteln Selbstversuche zur Physiologie von
Nerv und Muskel, beispielsweise Elektroneuro- und Elektromyogramme (ENG, EMG),
durchgeführt werden, die besonders für MedizinstudentInnen viel
größere Relevanz haben als tierverbrauchende Übungen.
Allerdings
gibt es auch weitaus profundere Selbstversuchsmethoden, mit speziell
entwickelter Computersoftware und den verschiedensten Möglichkeiten zur
Datengewinnung und -auswertung. Als Beispiel sei hier der 1997 mit dem
Felix-Wankel-Preis prämierte Myograph genannt, der im Bereich der
Nerv-Muskelphysiologie fast 50 Lernziele abdeckt, weitaus mehr als durch die
Froschversuche überhaupt gelehrt werden könnten.
Weitere
Selbstversuche werden beispielsweise zu Themen wie Kapillardruck,
Rezeptorphysiologie, Sinne, indirekte Kalorimetrie und Atmung
durchgeführt.
Der
Selbstversuch als Lehrmethode hat viele Vorteile gegenüber
tierverbrauchenden Übungen, aber auch gegenüber anderen Alternativen.
Durch das Experimentieren am eigenen Körper werden alle Sinne
angesprochen, wodurch die Einprägsamkeit und Intensität des Gelernten
erhöht und das Lernziel des wissenschaftlichen Arbeitens erreicht wird.
Zudem machen die Versuche meist sehr viel Spaß und stoßen auf
große Akzeptanz bei den Studierenden. Bei MedizinstudentInnen ergibt sich
als zusätzlicher Vorteil, dass viele im späteren Beruf relevante
Apparaturen und Untersuchungstechniken kennen gelernt werden können.
Diagnostische
und therapeutische Verfahren können im Selbstversuch oder an
MitstudentInnen geübt werden.
2. Behandlungen und diagnostische Verfahren von Menschen- und
Tierpatienten
Die
Geräte dazu sind ohnehin in jeder Klinik vorhanden, beispielsweise
für EKG und EEG. Darüber hinaus können auch Venenpunktion,
Reflexprüfungen, Palpation, Auskultation etc. und nicht zuletzt auch der
Umgang mit den PatientInnen durch die Begleitung praktizierender
(Tier-)ÄrztInnen schon von Beginn des Studiums an erlernt werden, der in
der gegenwärtigen MedizinerInnenausbildung ohnehin viel zu kurz kommt.
3. Verwendung von natürlich gestorbenen Tieren
Für
anatomische Studien, insbesondere im Tiermedizin- und Biologiestudium, ist die
Verwendung von toten Tieren kaum abdingbar. Hierfür müssen Tiere aber
nicht eigens getötet werden. Vielmehr können natürlich
gestorbene, verunfallte oder aufgrund von tierärztlichen Indikationen
eingeschläferte Tiere Verwendung finden. Natürlich gestorbene Tiere
findet man in der Natur. Verunfallte Tiere kann man z.B. bei
Krötenwanderungen finden. Solche Tiere werden u.a. an der Universität
Freiburg im Fachbereich Biologie eingesetzt. Ebenfalls an der Universität
Freiburg startete 1993 ein Modellprojekt zur Verwendung von aus
tierärztlicher Indikation eingeschläferten Tieren, einer Praxis, die
in allen fünf tiermedizinischen Hochschulen schon seit jeher praktiziert
wird. Durch die Kooperation mit TierärztInnen und nach entsprechender
Aufklärung der TierhalterInnen wurde es möglich, einen ganzen
Morphologiekurs mit aus tierärztlichen Indikationen eingeschläferten
Kleinsäugern zu versorgen.
Natürlich
lassen sich auf diese Weise nicht immer alle Tierarten besorgen, deren Sektion
von den jeweiligen Kursleitern vorgesehen ist. Angesichts der aber ohnehin
recht willkürlichen Auswahl sollten die leicht zu beschaffenden Tiere
ausreichen.
Entgegen
den Behauptungen etlicher DozentInnen widerspricht diese Praxis keinesfalls den
Bestimmungen des Tierkörperbeseitigungsgesetzes. Dies wurde inzwischen
auch vom Regierungspräsidium Gießen, dem Justitiar der
Universität Freiburg, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und
Kunst und nicht zuletzt dem Bundesministerium für Ernährung,
Landwirtschaft und Forsten bestätigt. Letzte Zweifel eines/r
Praktikumsleiterin/s können aber ausgeräumt werden, wenn von
Studierenden eine Erklärung unterzeichnet wird, nach der jedes Risiko von
ihnen selbst getragen wird. Diese Vorgehensweise wurde z.B. auch in Freiburg
praktiziert.
4.
Weitere Alternativmethoden
Weitere
Alternativmethoden, die hier nur am Rande erwähnt werden sollen, sind
Simulationsmodelle, wie etwa Herz-Kreislauf- oder verschiedene Membranmodelle,
wissenschaftliche Zeichnungen, Dias und sonstiges Bildmaterial, in vitro
Methoden, Verwendung pflanzlicher Zellen und Organellen für die meisten
zellbiologischen Übungen, Phantommodelle zur Verabreichung von
Medikamenten und Injektionen oder für Rektalisierungs- und
Katheterübungen u.v.m.
All
diese tierverbrauchsfreien Lehrmethoden werden bereits heute in der ein oder
anderen Weise an fast jeder Universität eingesetzt. Meist ergänzen
oder ersetzen sie aber nur einen von vielen Versuchen. Schon durch einen
bloßen Informationstransfer der DozentInnen ließe sich die Zahl der
tierverbrauchenden Übungen also deutlich reduzieren. Mit einem
konsequenten Einsatz der Alternativen wäre kein einziger
tierverbrauchender Versuch in den Pflichtpraktika nötig.
Insgesamt
sind an den deutschen Hochschulen bereits über 200 Alternativen im
Einsatz. Absolut gesehen ist dies eine große Zahl, die die
Überflüssigkeit des Tierverbrauchs bestätigt.
Relativ gesehen eine verschwindend geringe, angesichts der etwa 270
Pflichtpraktika mit ihren zahlreichen Experimenten.
Über
den Einsatz von Tieren und Alternativmethoden gibt es inzwischen auch
zahlreiche vergleichende wissenschaftliche Untersuchungen. Als Beispiele seien
hier nur drei Studien zum handwerklichen Geschick, zur Wissensvermittlung und
zur Lehrmittelevaluation seitens der Studierenden genannt. Vergleichende
Studien, die den tierverbrauchenden Übungen einen pädagogisch
höheren Stellenwert zusprechen, gibt es unseres Wissens hingegen nicht.
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Beispiele für vergleichende wissenschaftliche
Untersuchungen:
GREENFIELD,
C.L., JOHNSON, A.L., SCHAEFER, D.J. und L.L. HUNGERFORD: Comparison of surgical
skills of students trained with models or live animals.
Journal of the American Veterinary
Medical Association. In Press.
Vergleich der chirurgischen Fähigkeit von 36 Tiermedizinstudenten
des dritten Studienjahres, die entweder an Hunden und Katzen oder an
Weichteilgewebemodellen geübt hatten: Die Leistungen beider Gruppen waren
gleich.
MORRE,
D. und C.L. RALPH: A test of effectiveness of courseware in a college biology
class. Journal of Educational
Technology Systems 12, 1992, 79-84
Bei dieser Studie wurden die Biologiekenntnisse einer Gruppe von 184
Erstsemesterstudenten der Biologie verglichen. Die Hälfte der Gruppe
präparierte Tiere, während die andere Computerprogramme verwendete.
Die Biologiekenntnisse der Computergruppe waren signifikant höher als die
der Präparationsgruppe.
SAMSEL, R.W., SCHMIDT, G.A., HALL, J.B. et al.: Cardiovascular
physiology teaching: Computer simulations vs. animal demonstrations.
Advances in Physiology Education 11,
1994, 36-46. 110 Medizinstudenten, die sowohl mit einem Computerprogramm
gearbeitet, als auch an einem Tierversuch mit Hunden teilgenommen hatten,
bewerteten die erste Lehrmethode zum Erlernen der Herz-Kreislauf-Physiologie
als besser geeignet.
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Warum werden trotzdem tierverbrauchende Übungen in der
Ausbildung durchgeführt?
Auch
wenn "Tradition", ein evtl. höherer finanzieller Aufwand
für Alternativen und nicht zeitgemäßer Dogmatismus zu den
Gründen gehören, weshalb noch immer tierverbrauchende Übungen
durchgeführt werden, liegt die Hauptursache dafür möglicherweise
eher in einer anderen Richtung. Ohne die DozentInnen pauschal verurteilen zu
wollen, sei der Verdacht gestattet, dass tierverbrauchende Übungen in der
Ausbildung - verbunden mit dem Zwang, sie durchführen zu müssen-
weniger der Wissensvermittlung im weitesten Sinn als vielmehr der
Sozialisierung in eine ganz bestimmten Richtung dienen könnten. Denn wenn
der Tierverbrauch erst einmal in der Ausbildung abgeschafft wäre, so
befürchten manche, dass sich auch die Diskussion um Tierversuche in der
Forschung verschärfen könnte, also auch die Tierversuche betreffen,
die die DozentInnen selbst durchführen. So schreibt Prof. Dunker vom
Institut für Anatomie und Cytobiologie der Universität Gießen,
außerdem Vizepräsident der Union Deutscher Biologischer
Gesellschaften:
"Diese
Stellung der Grundlagenwissenschaften in Deutschland und der auf ihr
aufbauenden angewandten Forschung ist nun durch drei Entwicklungen des letzten
Jahre grundsätzlich bedroht: Durch eine Bundesratsinitiative zur
Novellierung des Tierschutzgesetzes, durch Bestrebungen , den Tierschutz als
Staatsziel in das Grundgesetz aufzunehmen, und durch Gerichtsurteile, welche
Studenten der Biologie und
Medizin unter Berufung auf ihr Gewissen erstreiten, um ihr Studium ohne
jegliche Tierversuche und Tierpräparationen durchzuführen"
.
(Chem. Tech. Lab.; 1993; 41, 3).
So
ist es nicht nur der Tierverbrauch in der Ausbildung, die für viele
DozentInnen hier zur Disposition stehen, sondern die Methode des Tierversuchs
an sich. Aus dieser Sichtweise wäre es verständlich, dass angehende
MedizinerInnen und NaturwissenschaftlerInnen so schnell wie möglich lernen
sollen, den Tierversuch als selbstverständlichen Bestandteil des
Methodenrepertoires ihres Faches zu akzeptieren. Kritisches Denken, eigentlich
obligater Bestandteil jeder Wissenschaft, wird den Erfahrungen einiger
Studierender nach zumindest in diesem Bereich gerne so klein wie möglich
gehalten.
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 V. Die
rechtliche Situation |
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Die aktuelle rechtliche Situation
finden Sie auf der Seite "Recht".
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 VI
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Studentischer
Widerstand
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SATIS
Seitdem
Experimente mit Tieren oder Tierorganen/-präparaten im Studium
durchgeführt werden, gibt es auch Widerstand gegen diese Übungen. An
vielen Universitäten gibt es einzelne Studierende oder kleinere Gruppen,
die sich gegen den Tierverbrauch wehren.
Die
Arbeit dieser "EinzelkämpferInnen" und Kleingruppen war in der
Vergangenheit jedoch häufig nicht sehr effektiv. Da die meisten
StudentInnen sich nur gegen den Tierverbrauch im Studium engagieren solange sie
selbst betroffen sind, war keine Kontinuität der Tierschutzarbeit gegeben.
Semester für Semester fingen andere Studierende an, sich in die Thematik
einzuarbeiten, Informationen über Alternativen, die rechtlichen Grundlagen
usw. zu beschaffen. Für eine gründliche Einarbeitung blieb oft nicht
genügend Zeit. Um die Tierschutzarbeit an den Hochschulen effektiver zu
gestalten, wurde 1988 SATIS als gemeinnütziger Verein gegründet. Im
Jahr 2000 löste SATIS seine Vereinsstrukturen auf und schloss sich dem
Bundesverband der
Tierversuchsgegner Menschen für Tierrechte e.V. an.
Unsere Ziele
Allen
Studierenden muss die Möglichkeit gegeben werden, ihr Studium unter
Berufung auf ihre persönliche Gewissensfreiheit ohne den Verbrauch von
Tieren durchzuführen, woraus den StudentInnen keine Nachteile entstehen
dürfen. Als mittelfristiges Ziel wird die Abschaffung sämtlicher
Übungen an lebenden Tieren oder an Organpräparaten in der Ausbildung
angestrebt.
Unsere Arbeit
Zur
Durchsetzung der Ziele arbeitet SATIS auf möglichst vielen Ebenen:
Dokumentation des Tierverbrauchs
Voraussetzung
für eine effektive Arbeit gegen den Tierverbrauch im Studium ist
natürlich das Wissen um die Situation an den Universitäten. Mit der
SATIS-Studie wurde
erstmals eine bundesweite Erhebung über die geforderten tierverbrauchenden
Übungen in den Pflichtpraktika sowie der bereits eingesetzten
Alternativmethoden durchgeführt.
Information und Koordination
Eine
wichtige Aufgabe von SATIS ist es, die Studierenden zu erreichen und sie
rechtzeitig auf die bevorstehenden Versuche aufmerksam zu machen, sie zu
mobilisieren, die bundesweite Zusammenarbeit zu koordinieren und betroffenen
StudentInnen Hilfestellung zu geben. Hierzu werden Podiumsdiskussionen,
Vorträge, Infostände und Treffen veranstaltet, Infomaterial
bereitgehalten etc. Das von SATIS herausgegebene Diskussions- und Arbeitsbuch
"Über Leichen zum
Examen? -Tierversuche im Studium" liefert eine detaillierte
Einführung in die Problemlage. Etwa alle zwei Jahre wurde ein "Reader zur Situation des
Tierschutzes an bundesdeutschen Hochschulen" erstellt, der aus
Beiträgen von Studierenden und Fachschaften der einzelnen Hochschulen
besteht und vor allem einen Überblick über die Situation vor Ort
geben soll.
Neben den
Studierenden werden auch andere Tierschutz- und Tierrechtsvereine, aber auch
PolitikerInnen und Parteien sowie über die Medien die breite
Öffentlichkeit über den Stand der Entwicklungen informiert.
Besonderes
Augenmerk legen wir auf den Austausch mit den DozentInnen, die wir
bezüglich der Einführung von tierverbrauchsfreien humanen
Lehrmethoden gerne beraten. Gerne weisen wir auf die verschiedenen
Möglichkeiten hin, "alternative" Lehrmedien auch auszuleihen
(siehe dazu die Seite Alternativothek). Zudem suchen wir aktiv den Kontakt zu
Praktikumsleitenden, die "alternative" Lehrmethoden einsetzen, um von
den Erfahrungen mit den jeweiligen Methoden und ggf. verwendeten Medien zu
erfahren. Dieses Wissen soll weiterhelfen, die Methoden und Materialien stetig
zu optimieren.
Politische Arbeit
Durch die
gezielte Information und Gespräche mit PolitikerInnen (fast) aller
Parteien wirkt SATIS auch auf politischer Ebene. Es werden Petitionen, kleine
und große Anfragen initiiert und Vorschläge zur Verbesserung der
Gesetzestexte eingebracht usw.
Unterstützung klagender StudentInnen
StudentInnen,
die auf gerichtlichem Wege versuchen, ein Studium ohne Tiermissbrauch
durchzusetzen werden von SATIS unterstützt.
International
Nicht nur
auf nationaler Ebene gibt es Proteste gegen den Tierverbrauch im Studium, auch
europaweit und inzwischen sogar weltweit haben sich Studierende
zusammengeschlossen: InterNICHE
(International Network of Individual and Campaigns for Humane Education)
wurde wie SATIS 1988 gegründet, damals noch unter dem Namen EuroNICHE, um
ein europaweites Netzwerk unter Studierenden aufzubauen, die sich für eine
humane Ausbildung und für Alternativen anstelle von tierverbrauchenden
Übungen einsetzen. Derzeit arbeiten Studierende aus rund 35 Ländern
von Australien bis Ukraine bei InterNICHE mit.
Und sonst?
Seit
seines Bestehens ist SATIS ein wichtiger Faktor in der bundesweiten
Tierschutzarbeit geworden, und insbesondere von TierversuchsgegnerInnen wird
unserer Arbeit viel Bedeutung beigemessen. Denn eines ist klar: Wer
Tierversuche reduzieren und ersetzen will, muss auch dort ansetzen, wo
zukünftige WissenschaftlerInnen ausgebildet werden. Wenn bereits im
Studium ein kritisches Problembewusstsein geschaffen wird, ist dies ein
wichtiger Beitrag dazu, eine fortschrittliche und humane Wissenschaft
voranzubringen.
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© SATIS
www.satis-tierrechte.de
Letzte Aktualisierung 23.07.2010
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