|
SATIS lehnt jegliche Lehrmethoden ab, die mit einem ‘Verbrauch’
von Tieren einhergehen. Dazu zählen nicht nur Eingriffe oder Behandlungen an lebenden Tieren, sondern auch Versuche an eigens zu diesem
Zweck getöteten Tieren oder Teilen von ihnen sowie die Verwendung
von ‘Tierabfall’ (u.a. Schlachthofmaterial, überzählige Tiere
aus Forschung und Industrie), da all dies mit Schmerzen, Leiden oder
Schäden durch die Tierhaltung, den Versuch und die Tötung
verbunden ist. In zunehmendem Maße werden tierverbrauchsfreie
Lehrmethoden entwickelt und eingesetzt. Alle bestehenden
Alternativen haben ihre Berechtigung, da sie geeignet sind, den
‘Tierverbrauch’ im Studium überflüssig zu machen. Aus
didaktischen, wissenschaftskritischen und ethischen Gründen sind
jedoch nicht alle als gleichwertig zu beurteilen.
Uneingeschränkt
wünschenswerte Lehrmethoden
•
Selbstversuche
Selbstversuche weisen eine besonders hohe Einprägsamkeit
auf, da auf diese Weise die Grundlagen der Physiologie am eigenen Körper
erfahren werden können. Beispielsweise können mit myographischen
Verfahren Muskelströme und -mechanik am Arm eines Studierenden
bestimmt werden. Durch die Einnahme bestimmter Substanzen, wie
Kaffee, Zucker oder Diuretika und anschließender Blutdruckmessung,
Blut- bzw. Harnuntersuchung können grundlegende physiologische
Zusammenhänge veranschaulicht werden.
•
Verantwortbare Verwendung
toter Tiere
Für anatomische Studien und chirurgische Übungen eignen
sich natürlich gestorbene bzw. aus tiermedizinischer Indikation
eingeschläferte Kleinsäuger. Bei der Krötenwanderung überfahrene
Froschlurche, in Pfützen ertrunkene Regenwürmer und andere tot
aufgefundene Tiere sind ebenfalls im Morphologiepraktikum
einsetzbar. mehr
»
•
Plastination
Organe oder ganze Tiere werden durch ein spezielles Verfahren
in einen gummiartigen, haltbaren Zustand überführt und können so
jahrelang für morphologische Studien herangezogen werden. Dieses
Verfahren ist dann zu befürworten, wenn natürlich gestorbene oder
aus medizinischer Indikation eingeschläferte Tiere für die
Haltbarmachung verwendet werden. mehr
»
•
Mensch- und Tierbeobachtungen
Die Verhaltensweisen von Tieren können von
BiologiestudentInnen in ihren natürlichen Lebensräumen untersucht
werden, ohne den Tieren zu schaden. Für Human- und
TiermedizinstudentInnen sind Symptombeobachtungen bei natürlich
erkrankten Menschen und Tieren relevant.
•
Behandlung und diagnostische Untersuchungen
von Menschen- und
Tierpatienten
Hierunter fallen EKG, EEG, Venenpunktion, Reflexprüfungen,
Palpation, Auskultation usw.
Eingeschränkt zu
befürwortende Lehrmethoden
Die hier aufgeführten Alternativen sind deshalb nur
eingeschränkt zu befürworten, da sie auf Tierexperimenten
basieren, zu praxisfern sind, mit Tierverbrauch einhergehen, die
Betrachtungsweise zu mechanistisch ist oder die Studierenden nicht
selbst aktiv werden können.
•
Filme und Videos
Filmaufnahmen von Versuchen können beliebig oft wiederholt
werden. Durch den Einsatz von Großaufnahmen, Zeitlupe, hinzugefügten
Graphiken und Trickaufnahmen lassen sich Sachverhalte anschaulich
darstellen.
•
Computersimulationen
Daten aus gängigen Eingriffen und Behandlungen an lebenden Tieren werden im Computer
gespeichert und verarbeitet. Studierende können die
Versuchsparameter beeinflussen und das Experiment am Bildschirm
durchführen. Viele moderne Computerprogramme sind hoch interaktiv
und integrieren qualitativ hochwertige Graphiken, Film und Ton, oft
unter der Verwendung von CD ROM oder Videodiscs.
•
Modelle
Plastikmodelle beschränken sich auf die Darstellung des
Wesentlichen. Auch physiologische Zusammenhänge können in Form von
Modellen veranschaulicht werden (z.B. mechanisches Kreislaufmodell). |